Resolution des Würzburger Bildungsgipfels vom 17. Dezember 2009

Im Bewusstsein der Bedeutung von Bildung als gesellschaftliches Gut und Menschenrecht ist das Bündnis „Würzburger Bildungsgipfel“ zusammengekommen. Dieses besteht aus verschiedenen Organisationen aus den Bereichen Kirche und Jugendarbeit, sowie Gewerkschaften, Studierenden bzw. SchülerInnenvertretungen und einzelne WissenschaftlerInnen, Lehrende, KünstlerInnen, BürgerInnen und politischen Parteien.
Anlässlich der Studierendenproteste im Herbst 2009 in Würzburg, Bayern, Deutschland und Europa sowie andauernder Unterfinanzierung, fehlgeschlagener Reformen und sozialer Ungerechtigkeit des Bildungssystems positionieren wir uns in dieser Resolution zu wichtigen Fragen der Bildungspolitik. Chancengleichheit, Freiheit der Bildung und gelebte Demokratie müssen als Grundwerte unserer Gesellschaft wieder verstärkt in das Zentrum des gesellschaftlichen Diskurses rücken.
Diese vom Würzburger Bildungsgipfel am 17.12.2009 verabschiedete Resolution soll eine nachhaltige Bildungsdiskussion anregen und fordert alle zur aktiven Mitgestaltung auf.

Demokratie erleben und lernen
Die Demokratisierung aller Bildungseinrichtungen muss durch die Stärkung der Mitspracherechte aller Beteiligter vorangetrieben werden. Essentiell in demokratischen Strukturen ist die Transparenz von demokratischen Prozessen.
Eine demokratische Grundstruktur der Bildungseinrichtungen muss erlebbar sein. Dazu gehört beispielsweise in der Hochschule viertelparitätische Stimmenverteilung (Studierende, ProfessorInnen, Mittelbau, Sonstige MitarbeiterInnen) und die Einrichtung von adäquaten Interessenvertretungen wie einer verfassten Studierendenschaft.
Wir fordern, dass alle Bildungseinrichtungen ihre Strukturen demokratisieren.

Freiheit von Forschung und Lehre
Lehr- und Forschungsinhalte dürfen nicht maßgeblich externen, vornehmlich ökonomischen Einflüssen unterliegen. Private Akkreditierungs- und Kontrollmaßnahmen von Studiengängen ersticken die Selbstverantwortung der Bildungseinrichtungen.

Selbstbestimmtes Lernen
Bildungsprozesse benötigen die Möglichkeit zum selbstverantwortlichen Lernen. Dazu bedarf es struktureller Rahmenbedingungen, die eine individuelle Schwerpunktsetzung ermöglichen. Eine solche Studiengestaltung fördert Mobilität sowie persönliche Entwicklung und gesellschaftliche Mitgestaltungs- möglichkeiten.
Alle Menschen, vor allem Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene, müssen über ausreichend freie Zeit verfügen, um sich für gesellschaftliche Belange interessieren und engagieren zu können.

Staatliche Verantwortung für die Bildung
Der Staat muss seiner Verantwortung gerecht werden. Wir fordern die tatsächliche Umsetzung des Rechts auf Bildung, unabhängig insbesondere von der sozialen Herkunft, finanziellen Leistungsfähigkeit, Nationalität und Geschlecht.
Dies beinhaltet insbesondere die Gebührenfreiheit der Bildung, die finanzielle Unterstützung sozial bedürftiger Studierender, SchülerInnen und Auszubildender, die Schaffung von Voraussetzungen für eine qualitativ hochwertige Lehre, die angemessene finanzielle Ausstattung der Bildungseinrichtungen und die adäquate Bezahlung von DozentInnen.
Jeder Studierende hat Anspruch darauf, dass sein zukünftiger Abschluss als vollwertig anerkannt wird.

Unterzeichnet (Stand: 24.02.2010):

POLITIK
Grüne-Fraktion im Bayerischen Landtag – Simone Toll, MdL
Juso Unterbezirk Würzburg Stadt – Jakob Wallner
Würzburger Liste-Die Freien Wähler e.V. – L. Braunschmidt (1. Vorsitzender)
SPD-Fraktion im Bayerischen Landtag – Volkmar Halbleib, MdL
Freie Wähler-Fraktion im Bayerischen Landtag – Günther Felbinger, MdL

JUGENDARBEIT & KIRCHE
BDKJ Diözesanverband Würzburg – Simon Müller-Pein (Vorsitzender)
Bezirksjugendring Unterfranken – Kristina Bopp (Vorsitzende)
Hochschulpfarrer der Katholischen Hochschulgemeinde – Burkard Hose

GEWERKSCHAFTEN
Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) – Walter Feineis (Kreisvorsitzender)
Ver.di Würzburg – Peter Baumann

HOCHSCHULBEREICH
Bayerische Landes-Asten-Konferenz – Claas Meyer (Sprecher)
Fachschaftsinitiative Pädagogik-Pädini – i.A. Josephine Ersfeld, Sophia Albrecht
SprecherInnenrat Uni Würzburg – Laura Hoffmann, Laura Gunesch
Dr. Volker Daut (Inst. f. Sonderpädagogik)
Grüne Hochschulgruppe GHG – Maximilian Fries (Vorsitzender)

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