Archiv für die Kategorie ‘Medien-Kompetenz’


das posaunt uns heute unverblümt Joseph Vogl, Inhaber des Lehrstuhls für Neuere deutsche Literatur, Literatur- und Kulturwissenschaft/Medien an der Humboldt-Universität Berlin vor.

„Also Leute müssen ja für dieses WirtschaftsSystem oder auch Finanzsystem erzogen werden. Und dieser Erziehungsprozess ist nun – sagen wir vielleicht 500 Jahre alt. Also man muss lernen Geschäfte zu machen, muss lernen sich zu entfesseln, man muss lernen bestimmte Begierden – Gier überhaupt zu entwickeln und sofort. Ich glaube, dass die letzte Finanzkrise gezeigt hat, dass die Leute irrsinnig diszipliniert waren. Sie haben gelernt wie Kapitalismus funktioniert, also nicht auf die Bank zu gehen und nicht das Sparguthaben abzuholen. Und das war glaube ich schon ein überaus überraschender Erfolg. Wir sind in einer hohen Weise kapitalistisch sozialisiert und diszipliniert genug selbst in diesen Krisen mit Minimalpanik umzugehen.“

Auf die Feststellung Sloterdijk’s hin „es gibt offenbar eine höhere Verträglichkeit an Pflichtlügen..heute hat das Publikum gelernt mit diesen Unschärfen – mit diesen berufsbedingten Unwahrheiten umzugehen, auf eine ganz erstaunlich, flexible Weise“, antwortet Vogl:

„Ja, man muss sich bequemen auf eine Situation jenseits von Gut und Böse und auch jenseits von Wahrheit und Lüge einrichten. Und das ist glaub ich ganz wichtig für die Funktionsweise dieses Systems und letztlich auch für die Funktionsweise von sogenannten Kapitalmärkten. Man muss in irgendeiner Weise konforumismus-affin sein. Das heißt also, man muss es lieben sich in kritischen Situationen konformistisch zu verhalten. Das sind Überlebens-Bedingungen. Konformismus. Finanzmärkte funktionieren über den Abgleich von Meinungen, die mit anderen Meinungen von wiederum anderen Meinungen konform gehen. Solange das in irgendeiner Weise funktioniert, glaubt man sich in einigermaße sicherem Gewässer zu befinden.“

Nachdem Gabor Steingart, Chefredakteur des „Handelsblatts“, vorgelegt hatte, indem er eine Hohegesang auf die Pflicht-Lüge gab.

Die ZDF-Sendung „Irrationale Finanzwelt: Das Gespenst des Kapitals“ bietet Populisten und wirren Köpfen wie den beiden oben genannten ein Sprachrohr, indem sie die unbeholfenen Moderatoren Rüdiger Safranski und Peter Sloterdijk ihr leidlich unbeherrschtes ‚Handwerk‘ propaganda-konform dazu mißbrauchen, den roten Teppich unter das ‚Credo‘ der Gäste  auszurollen. Ohne jegliche Kritik an ihrem großenteils einvernehmlich postuliertem, geistigen Dünnschiss.

 


prinzipiell wird mir nicht wirklich klar, welche genauen Inhalte und bedeutsamen historischen Lehrstücke Sie uns Studenten mit der historischen Einführung zur staatlich-vereinnahmten Film-Industrie / die NS-Propaganda im Dritten Reich vermitteln wollen. Kann sein, dass ich zu blöde bin – oder nicht ’schlau‘ genug, diese vermeintlichen Lehr-Inhalte in Sachen Propaganda und manipulative Massen-Steuerung und die zugrundeliegende Logik der von Ihnen hierzu herangezogenen NS-Werke zu erkennen bzw. diese als solche anzuerkennen.

Ich hoffe nicht – vermute jedoch – dass die heutige zu vermittelnde Erkenntnis sich darauf beschränken sollte, auf die pösen, pösen Nazis und deren perfide (Film-)Propaganda-Maschinerie hinzuweisen. Falls dies zutrifft, fühle ich mich sehr einseitig und oberflächlich ‚vorgeführt‘. Mir ist zwar bewusst, dass Filmwirtschaft nicht sämtliche Nuancen zur Entstehung und Verbreitung des NationalSozialismus & -Faschismus vermitteln kann…, jedoch finde ich es unerlässlich, dieses kritische Thema – wenn behandelt – umfassend zu hinterleuchten und auf heutige Analogien / Parallelen hinzuweisen! Sind Sie blind gegenüber deren Vorhandensein, so ist es umso wichtiger – sich durch Fachkundige (wie mich), aufklären zu lassen. Denn ich war zwar auch einmal so naiv, im Dritten Reich quasi das ultimative Böse sehen zu wollen – doch kann ich darauf heutzutage, mit erweitertem Wissen, wesentlich differenzierter zurückblicken.

Ich weiß auch wie beschränkt die Manipulations-Möglichkeiten damals, im Vergleich zu heute, waren. Desweiteren denke ich, ist die ‚vernichtende‘ Mehrheit der Studenten teils zu unrecht voreingenommen ggü. diverser politischer Richtungen abseits der parlamentarisch-repräsentierten Demokratie. Sei es Nationalismus, Kommunismus oder Anarchismus. Eine qualifizierte Aussage / Einschätzung zur Sinnhaftigkeit dieser, durch meine Kommilitonen dieses Semesters, sehe ich nicht gegeben. Denn sie sehen die Staats- bzw. Gesellschaftsform isoliert für sich. Sie können sie nicht in geo-politische oder religiös-motivierte Gegebenheiten einordnen. Doch zu mehr sind die meisten Studenten in diesem Semester überfordert. Sie haben nicht das nötige historische Wissen aufgearbeitet. Ihnen fehlt die Muse sich ausreichend mit fremder Kultur & Religion zu beschäftigen – unterstelle ich mal. Man muss sich anversicht erst einmal ausführlich mit den Ursachen des 2. Weltkriegs, auch mit dem dem Judentum innewohnenden Zionismus beschäftigen. („Wir sind das auserwählte Volk. Gottes Volk. Alle Anderen zählen nicht.“ Woraus auch das rein materielle Handeln & Wirtschaften in der Form des ‚amerikanischen Kapitalismus‘ sich legitimieren lässt.. Doch heutzutage wird jegliche (verkürzte) Kapitalismus-Kritik oder Kritik an grundlegenden sozio-kulturellen wie politischen Verhältnissen / Angriffe in Richtung eines Demokratie-Defizits, mangelnder Volks-Souveränität und -Unabhängigkeit der BRD oder den überheblichen, imperialen Patriotismus der ‚USraelischen Achse des Guten‘ etc. gleich mit dem Totschlag-Argument ‚Anti-Semitismus‘ abgetan.

Kurzum muss ich sagen: Ich bin leider an der FH (fast) – besonders jedoch in meinem Studiengang MM – alleine, mit meiner Weltanschauung. Nur im Geiste – in der Blogosphäre – finde ich Compañeros, die ähnlich über die Politik, die Lobby-Wirtschaft und besonders die Presse & Medien denken. Und die daher zum selben Schluss kommen, wie ich auch: Es kann nicht so weitergehen – das Boot sinkt und wenn wir nichts dagegen unternehmen, sinken wir Alle mit. Der erste Schritt ‚aufzuwachen‘ besteht darin, die suggestative Beeinflussung zu erkennen, der wir Alle unterliegen. Erst dann könnnen wir effektiv und nachhaltig gegen das System ankämpfen, das uns lenkt (wir haben quasi keinen freien Willen – frei ist bestenfalls unser Konsum!) und uns aufeinander hetzt.

Meiner Ansicht nach, zeigt das Dritte Reich uns nur eine ‚Seite der Medallie‘ auf. Es gibt prinzipiell immer Gewinner und Verlierer. Das Ying & das Yang. Im Dritten Reich waren die beteiligten Deutschen, Österreicher, Japaner.. sicherlich erstmal die Verlierer. Gleichwohl glaube ich in erster Linie die Amerikaner – insbesondere die Vertreter der US-amerikanischen Wirtschafts- und AuslandsInteressen, zu den Gewinnern zählen zu können. Das spielte sich vor 60 Jahren ab – und damals setzte man im Dritten Reich auf super fortschrittliche Propaganda – neue Maßstäbe der medialen Manipulation und Meinungsmache wurden in Presse, Rundfunk und der Film- & Kulturlandschaft erreicht.

Doch die Zeit ist nicht stehen geblieben seitdem. Und auch die perfiden Tricks der Medien-Manipulation haben sich weiterentwickelt. Heute haftet der (westlichen) Medien-Landschaft ein anderes, vertrautes Image an. Doch genau das Vertrauen in die Vierte(Staats-)Gewalt der Medien, wird uns zum Verhängnis. Es gibt erneut kaum noch akzeptierte Skepsis gegen etablierte ‚Intellektuellen-Blätter‘ wie den Spiegel, die Zeit, Süddeutsche etc. – Vorurteile scheinen nur gegen bestimmte blogs der alternativen Blogosphäre zu existieren – zulässig und auch berechtigt zu sein. Doch die Authentizität und Unabhängigkeit der Bertelsmann- & Springer-Presse darf nicht in Frage gestellt werden. Macht man dies dennoch und übt Kritik – die eh nur in beschränkten Maße möglich ist – wird man schnell als spiritueller Esoteriker oder Verschwörungs-Theoretiker abgestempelt..

 …insbesondere die Vertreter der US-amerikanischen Wirtschafts- und AuslandsInteressen, zu den Gewinnern zählen zu können.

Diese Erkenntnis hat für mich noch bis zum heutigen Tage bestand. Doch seit dem 2. Weltkrieg hat sich geo-politisch so einiges getan, und die USA waren seither immer darauf bedacht, genauso wie im 1. & 2. Weltkrieg, den Weltpolizisten zu spielen. Gleichzeitig ‚demokratisierten‘ sie unwillige Staaten oder spielten sie gegeneinander aus. Gewisse private Konsortien mit schier unendlich Kapital unterstützten regelmäßig beide Fronten im Krieg – angefangen beim US-Unabhängigkeits-Krieg. Und die USA ließen und lassen sich durch diese nach wie vor finanzieren und sind sich nie zu schade dafür, mit Hilfe der US-Army oder der NATO den nächsten ‚Schurken-Staat‘ zu überfallen. Dabei sind sie selbst nur Handlanger der allergrößten Schurken. Zu den nächsten Juden wird das Prekariat in den USA, England, Deutschland, Frankreich, Italien…hochstilisiert. Dann werden bald anstelle der Juden, Anarchisten und Querolanten – mit arbeitslosen Immigranten, Sozial-‚Schmarotzern‘ und Pennern abgerechnet. Das erschreckend populäre Weltbild eines Thilo Sarrazin bietet den besten Nährboden dafür.

Sie sagen immer, man solle nicht in einen oberflächlichen Anti- Amerikanismus abgleiten. Meiner ist aber gar nicht oberflächlich.

p.s. hier der Kopp-Nachrichten link 10.05.:


Erinnerungen an mein Leben – Mu’ammar Gadaffi / Col. Mu’ammar Gadaffi

Engl. Übersetzung Prof. Sam Hamod, Ph.D. /Deutsche Übersetzung aus dem Englischen: /Katharina Huber Cuénod

Recollections of My Life: Col. Mu’ammar Qadaffi, The Leader of the Revolution. April 8, 2011. QUELLE: Informationclearingshouse

Im Namen von Allah, dem Mildtätigen, dem Barmherzigen. Seit 40 Jahren, oder ist es länger, ich kann mich nicht erinnern, tat ich alles, was ich konnte, um den Menschen Häuser, Spitäler, Schulen zu geben, und wenn sie hungrig waren, gab ich ihnen Essen; ich wandelte sogar bei Benghazi die Wüste in Ackerland um; ich behauptete mich gegen die Attacken jenes Cowboys Reagan;

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  • pro faker-Rolle:

Julian Assange ist meines Wissens kein 9/11 truther

  • pro WikiLeaks – pro Julian Assange als Zivil-Bürger & echter truther:

http://www.jungewelt.de/2010/12-14/021.php

+ sogar Ron Paul stellt sich hinter Assange


..zumindeßt im blog, wenn auch leider nicht im Publikum! zum Thema: Im Visier der Terroristen – wie bedroht sind wir? mit Thomas de Maizière (CDU), Gerhart Baum (FDP), Melody Sucharewicz, Georg Mascolo und Don Jordan.

Die Runde versucht, der Bedrohung durch einen nicht existenten Terror ein Gesicht zu geben.. – dieses Gesicht ist wohl ausgelaugt & jagt wohl den Wenigsten noch ernsthaft Angst ein^_^

Ich bin der Meinung, eine jetzige Terrorwarnung pass in eine Zeit, in der die Bürger anfangen sich gegen Obrigkeiten und Politik aufzulehnen. Ob Castor, Rente 67, Sozialkürzungen, Stuttgarter Bahnhof usw.
Somit ist erst mal bis in die Weihnachtszeit für Ruhe gesorgt, bis es im kommenden Jahr in die nächste Runde geht…….
Aber wie lange wird das noch klappen?
Die Straße ist im Moment die einzige Chance Demokratie zu verwirklichen.
Da helfen auf Dauer auch keine fungierten Terrorwarnungen.
202
Die Ameise:
21. November 2010 um 21:50 Uhr

Ich habe mehr Angst vor der Willkür unserer Politiker, als vor irgendwelchen Terroristen.
Der Terrorismus ist ein Abfallprodukt des Imperialismus und wird erst verschwinden, wenn alle miteinander vernünftig umgehen und alle Völker in Freiheit und eigener Selbstbestimmung leben dürfen und können.
Die Angst welche durch den CIA und Co weltweit verstreut wird erinnert mich an Methoden totalitärer Politsysteme.
203
Ralf:
21. November 2010 um 21:52 Uhr

Neeeein, wir haben gar nichts falsch gemacht, neeeein, Herr deMaiziere. Raus aus Afghanistan, sofort! Schon die 100 Toten letztes Jahr vergessen? Wieso gibt es eigentlich keine Drohungen an Schweden, Norwegen und Finnland? WIR führen uns doch wie Imperialisten auf und sind mit Militär, Soldaten, Panzern und Schusswaffen in Gebieten, die uns überhaupt nichts angehen. Das ganze 2000 KM östlich von Stalingrad.
204
Paulus:
21. November 2010 um 21:53 Uhr (mehr …)


Ja, in einer Wissens- und Informations-Gesellschaft leben wir in Europa. Diese Gesellschaft fabriziert jedoch de facto fast nur noch einseitiges Wissen. Dieses Wissen, das über sämtliche Mainstream-Kanäle strömt, dient nahezu ausschließlich nur noch einem Zweck: Dem Ermöglichen des ‚american way of life‘.

Das Individuum soll in die Lage versetzt werden, sich durch die einseitigen – weil oft nur dem eigenem Bestehen in der Ellbogen- & Kommerz-Gesellschaft betreffenden – Informationen, die Tag für Tag auf den gelehrigen Akademiker einprasseln, dieses Individuum soll also – ob als Selbständiger oder im hoch-effektiven Arbeits-Team – dazu fit gemacht werden, sich vor einem Schicksal in Armut und der extremen Ausbeutung zu ’schützen‘. Er soll davor bewahrt werden so zu enden, wie Milliarden anderer Menschen weltweit – ohne Geld und ohne einen Hoffnungs-Schimmer, jemals wieder aus der – pauschal als >>selbst verschuldet<< abgeurteilten, prekären Situation herauszukommen.

Der moderne Business-Mensch kann es sich gar nicht mehr leisten, andere Informationen als eben jene zu konsumieren. In einer schnell-lebigen Umwelt ist er permament dazu angehalten, sich fach-spezifisch weiterzubilden – um seinen Mehrwert als Angestellter an ’sein‘ Unternehmen weiterzugeben. Macht er dies nicht, kann es schnell passieren, dass er nicht mehr kompetativ genug ist – dem Unternehmen nicht mehr genug Mehrwert einbringt – und sein Posten wegrationalisiert wird. Dann rückt eben eine intelligente Maschine oder eine andere, effektivere Arbeitskraft an Stelle seiner Person.

Daher wird ein auf seine Karriere bedachter, gelehriger ‚Muster-Arbeitnehmer‘ auch nie in der Lage sein,  in wirtschaftlich-politischen Aspekten über seinen eigenen Tellerrand hinaus zu sehen. Die Zeit hierfür hat er schlichtweg nicht. Denn die deutsche Volkskrankheit Nummer Eins, der chronische Zeitmangel, wird (s)eine gefragte, kompetente Stellungnahme zu gesellschaftlich relevanten  Fragestellungen – bei denen die aufgeschlossene Meinung eines Jeden Berücksichtigung findet – denn wir leben schließlich (immer noch) in einer Art Demokratie – zu verhindern wissen. Was durch einen zu hohen Anteil chronisch ‚kranker‘ Menschen heraus kommt, kann man am Besten anhand der vierjährigen Bundestags-Wahlperioden beobachten.

 

Und weil ich gerade bei dem Thema Bundestagswahlen angelangt bin – folgende dissonanten Probleme, summieren sich regelmäßig beim Zustande-Kommen einer deutschen Wahl-Entscheidung:

  • hoher Anteil von ausländischen Arbeitskräften <40 Jahre
  • hoher Anteil alte Menschen / Rentner
  • hoher Anteil ausgewanderter deutscher Intellektueller / Akademiker
  • geringer Anteil an gebildeten Bürgern, die noch auf eine Parteien-Führung setzen

„Astroturfing“

Veröffentlicht: Juni 17, 2010 in Definitionen, Medien-Kompetenz

Das sagt wikipedia zu diesem Phänomen eines „techno-publizistischen“ Angriffs auf die Medien-Kompetenz:

Der Begriff Astroturfing bezeichnet – insbesondere im amerikanischen Sprachraum – Public-Relations- und kommerzielle Werbeprojekte, die darauf abzielen, den Eindruck einer spontanen Graswurzelbewegung vorzutäuschen. Ziel ist dabei, den Anschein einer unabhängigen öffentlichen Meinungsäußerung über Politiker, politische Gruppen, Produkte, Dienstleistungen, Ereignisse usw. zu erwecken, indem das Verhalten vieler verschiedener und geographisch getrennter Einzelpersonen zentral gesteuert wird.

Etymologie
Der Begriff ist ein Wortspiel mit dem Ausdruck „Graswurzelbewegung“, der wirklich spontane, in erster Linie von Privatpersonen (und nicht Politikern, Regierungen, Konzernen oder Public-Relations-Firmen) getragene Initiativen bezeichnet. AstroTurf ist hingegen ein Markenname für hellgrünen Kunstrasen, wie er in manchen Sportstadien Verwendung findet – „Astroturfing“ ist mithin nichts anderes als eine künstliche Graswurzelbewegung.

Methoden

Wie die meisten Formen von Propaganda versucht kommerzielles Astroturfing, die Emotionen der Öffentlichkeit gezielt zu beeinflussen. Die meisten bekannt gewordenen Fälle von Astroturfing stammen aus dem Bereich der Politik.
Die übliche Methode besteht dabei darin, dass sich wenige Personen als große Zahl von Aktivisten ausgeben, die für eine bestimmte Sache eintreten. Sie verschaffen sich Aufmerksamkeit, indem sie beispielsweise Leserbriefe und E-Mails schreiben, Blogeinträge verfassen, Crossposts verbreiten oder Trackbacks setzen. Sie erhalten Anweisungen darüber, welche Meinungen sie wann und wo äußern sollen und wie sie dafür sorgen können, dass ihre Empörung oder Anerkennung, ihre Freude oder ihre Wut vollkommen spontan und unbeeinflusst erscheint, so dass die zentral gesteuerte Kampagne den Eindruck „echter“ Gefühle und Anliegen hinterlässt. Oftmals werden Lokalzeitungen Opfer von Astroturfing, indem sie Leserbriefe veröffentlichen, die mit identischem Inhalt auch an andere Zeitungen gesandt wurden.
Die Kosten von Astroturfingkampagnen sind durch die Effizienz von Internet und E-Mail stark gesunken.

Sehr interessant, nicht wahr?

Besonders, wenn man  dies in Verbindung mit Kampagnen-Journalismus bringt.

Wie sie etwa Albrecht Müller (Nachdenkseiten) in seinem Buch „Meinungsmache“ beschreibt:

Meinungsmache zur Sicherung von Macht und Einfluss

Wahlergebnisse, Koalitionen und innerpolitische Entwicklungen nehmen wir vor allem als Folgen des Verhaltens von Parteipolitikern wahr, als Resultate ihrer Erfolge und Misserfolge, ihrer Leistungen und Fehlleistungen. Wenn es einer Partei bei Umfragen schlecht geht, suchen wir nach objektiven Gründen dafür. Und wenn das Ansehen des  Bundespräsidenten, der Bundeskanzlerin und des Außenministers steigt, folgern wir daraus, dass dies ein Spiegelbild ihrer Leistung sein müsse.

Dabei gilt gerade in Bezug auf das Ansehen von Parteien und der in den  Parteien tätigen Spitzenpolitiker, dass der Einfluss der Meinugsmache extrem hoch ist. Meinungsmache beeinflusst das Ergebnis von Umfragen zur Parteipräferenz und zur Beliebtheit von Politikern, und sie beeinflusst die Chancen bei Wahlen. Meinungsmache beeinflusst aber auch die innere Willensbildung der Parteien sowohl in programmatischer und strategischer Hinsicht als auch bei der Personalauswahl. Und nicht zuletzt bestimmt Meinungsmache wesentlich, welche Koalitionsoptionen die Parteien haben.

Beispiel: Die Stigmatisierung der Linkspartei

Auch heute hat die Stigmatisierung einer politischen Gruppierung zur Folge, dass ihre Wählerinnen und Wähler und die gewählten Abgeordneten bei der Entscheidung über mögliche Koalitionen außen vor bleiben. (siehe die rigoros verfehlte bzw. nicht existente NRW-Regierungs-Bildung Anm. d. Autors, wie alle weiteren Klammern) Diesem Umstand verdankt Roland Koch die Fortdauer seiner Macht in Hessen. (OK, den sind wir vorerst los^^) Und diesem Umstand „verdankt“ seine Gegenkandidatin Andrea Ypsilanti, dass sie in Hessen die rechnerisch mögliche Koalition aus SPD, Grünen und der Linken nicht bilden durfte. (vgl. Hannelore Kraft / NRW) Aus neutraler Warte betrachtet, hat die Linke keinesfalls soviel „verbrochen“ wie der weiterregierende Roland Koch. […] Sie (Künast & Trittin / Grüne) beriefen sich dabei (beim Disput um Ampelkoalition) auf „die Realität“, also auf die inzwischen üblich gewordene Nichtberücksichtigung der Linkspartei bei einer potentiellen KoalitionsBildung.

Über Personal-Entscheidungen bestimmt die Meinungsmache

(So verwundert es auch nicht wirklich, dass für den Spitzenkandidaten der SPD – Joachim Gauck – massiv Astroturfing betrieben wird, wie der Spiegelfechter es auf seinem blog treffend recherchiert und zielsicher auf den Punkt gebracht hat.)


Dieser Verdacht liegt nahe.

zu Guttenberg’s Kommentar zum Kriegs-Debatte

Denn Bundesverteidigungsminister Theodor zu Guttenberg hatte sich in seiner gewohnt rechthaberisch-rechtfertigenden Weise  unisono mit dem BundesPräsidenten ins nächste Fettnäpfchen katapultiert – indem er sich hinter Köhler bzw. dessen Aussage im „Köhler-Interview“ des Deutschlandradio Kultur vom 22. Mai stellte. Die 20-Uhr-Tagesschau am 31. Mai griff die Kritik an Köhler auf – zu Guttenberg verteidigte Köhler:

„Die Debatte selbst ist eine, die wir nicht nur schüchtern führen müssen, sondern die man auch führen kann sondern wir haben auch Verantwortung zukünftig Ressourcen-Sicherheit für die Menschen unseres Landes sicherzustellen. Wir haben sicher zu stellen, dass auch diese Punkte in unserem Interesse gewährleistet werden können.“

Vertreter der SPD, der Linken und der Grünen hingegen verurteilten Köhlers Thesen scharf. Wohl möglich unterschätzte Guttenberg die möglichen Konsequenzen seines Statements – wohl möglich bezog er dieses Interview (ebenfalls) auf die Atlanta-Mission der Wahrung von freien See-Handelswegen, die durch  (überwiegend somalische) Piraten bedroht werden, in der positiven Annahme eines gleichfälligen Bezugs des Bundespräsidenten auf diese. Jedenfalls hatte sich Guttenberg damit direkt der Kritik der gegen Horst Köhler – also rarerweise mal direkt gegen eine operationalisierte Handlung eines Bundes-Amtes – hart „ins Gericht gezogenen“ Medien, wie dem Spiegel oder der Süddeutschen, ausgesetzt.

Das Bundespräsidialamt verteidigte sich gegenüber Spiegel Online: Der Bundespräsident habe sich auch auf Einsätze, wie etwa die Atalanta-Mission bezogen. Der Verlauf der Thematisierung gegen die kritisch-angestoßene Stellungnahme im Interview des Bundespräsidenten zum Afgahnistan-Einsatz ist hier gut dokumentiert und verständlich nach zu verfolgen. Im Gegensatz zu einem Horst Köhler wusste und weiß Herr zu Guttenberg jedoch ganz genau, wessen Wirtschafts-Interessen er im Kundus verteidigt. Somit hätte er sich einer massiven öffentlichen Kritik gegenüber gesehen, der er sich nun, allem Anschein nach – durch den unerwarteten Rücktritt Köhler’s entzogen hat.

Die plötzliche (kalkulierte?) Überschattung der Kriegs-Debatte durch den Rücktritt Köhler’s – und eine sich betroffen gebende Bundeskanzlerin..(ja, das kann sie!)

Doch geschah dieser Rücktritt wirklich freiwillig, aufgrund von fehlendem Respekt gegenüber dem höchsten deutschen Amt, dem des Bundespräsidenten? Oder musste Horst Köhler in Folge dieser (überhasteten) Rechtfertigungs-Aktion des Bundes-Verteidigungsministers sein Amt räumen? Wie die CDU-Chefin und Bundeskanzlerin Angela Merkel in Berlin mitteilte, habe der Bundespräsident sie am Mittag des 01. Juni um 12.00 Uhr – zwei Stunden vor seiner Rücktrittserklärung – „überraschend“ angerufen. Sie habe noch versucht, ihn umzustimmen. „Das ist leider nicht gelungen“, sagte Merkel und bedauerte die Entscheidung „aufs Allerhärteste“.

Also ich gebe keinen Pfifferling auf die Authentitzität dieser „Gute Miene zum Bösen Spiel“ – Nummer.  Vielleicht – und ich zweifle nicht wirklich daran – deklarierten die wahren Strippenzieher das deutsche Staats-Oberhaupt nach der harschen, öffentlichen Kritik kurzerhand vom königlich-reprsäsentativen „Vorzeige-Horscht“ zum Bauernopfer um. Die Dame (Merkel) und ihr Springer (zu Guttenberg) sind bekanntlich sowieso die mächtigsten, weil agilsten Figuren auf dem Spielfeld. Einzig von der Leyen & Schäuble in der Rolle der Läufer sind im Kabinett Merkel II ähnlich schwer ersetzbar wie ihre Springer (zu Guttenberg & de Maizière). Ein effektiver Schachzug der BIG OIL & Finanz-Elite, gerade in diesen „schweren Zeiten“ zu Gunsten der derzeit weitaus wichtigeren Schachfigur des Bundes-VerteidigungsMinisters – zur Aufrechterhaltung der etablierten Ordnung. Nachdem diese Entscheidung über einen Chef-Wechsel im Bundespräsidialamt getroffen wurde, musste (auf Drängen der Kanzlerin?) Horst Köhler nur noch dazu bewogen werden, kurzerhand sich glaubhaft selbst zu exekutieren.  Ob die Farcé vom mangelndem Respekt vor seinem Amt von ihm selbst stammt oder ihm in den Mund gelegt wurde, darüber darf man spekulieren..^^

Bleibt nur zu hoffen,  dass sich das Establishment bezüglich dem Nachfolger des BundesPräsidial-Amtes verspekuliert hat und – sollte dem Abdanken Köhler’s tatsächlich nachgeholfen worden sein – beim Besetzungs-Wunsch ihres Interessen-Vertreters den Kürzeren zieht. Ein kleiner Lichtblick erscheint am Horizont: Vielleicht in der Gestalt von der momentan bei den Umfrage-Werten führenden Margot Käßmann!

Im Chat bei Anne Will

Veröffentlicht: Mai 30, 2010 in Medien-Kompetenz

…zum Thema: “Wann zahlen Spekulanten für die Krise?” (FTT – Financial Transaction Tax / Finanztransaktions-Steuer)

Brüderle hatte mit seinem ersten Satz quasi alles gesagt – nun kommt wahrscheinlich eh nur noch Bullshit von den Investment-Bankern!
Aber in diesem Punkt hat(te) Brüderle Recht:
Die deutsche Politik kann nicht verbindliche Bank-Regeln für die Wallstreet oder die City of London schaffen!

Nun fragt sie (Anne Will) auf diesen wegweisenden Kommentar von Daniel Goeudevert die Susanne Schmidt als ehemalige Investment-Bankerin…^^
Überhaupt, solche Gäste…- alternative Gäste wie Dr. Hankel werden nie eingeladen..!

“WIR RETTEN DIE BANKEN UND DIESE TRETEN UNS IN DEN A……VIELEN DANK AN DIE POLITIKER” – 100% agree
Wieso hat die Will – Redaktion nicht zu diesem Thema einen ehemaligen (Investment-)Banker vom andern Ufer (der Schweiz) eingeladen..?
Ich denke da so an Manfred Petritsch (freeman vom ASR-blog)

Volker: „Herr Trittin und auch die anderen Gäste nennen im zuge der transaktionssteuer die -riester rente. Riester rente ist eine staatlich zertifizierte Alternative zur privaten Altersvosorge. Die staatliche Garantie sichert die Beiträge der Versicherungsnehmer, die fondgestützte Riesterrente wird unter anderem dadurch gesichert, dass die Verwaltung der Guthaben nicht in den Händen der Fondgeselschaften liegt, sondern von Treuhandgesellschaffen verwaltet wird. Bitte bleibt mit den Füssen auf dem Boden.“

Meinetwegen sollen sie – indirekt wird sichs ja auch drauf auswirken – die Riester-Rente auch besteuern!^^
Dann kommen die Bürger wieder zurück zur umlagefinanzierten Rente – die sowieso die einzig sinnvolle Variante ist!!
Nicht den IWF-Vorschlag unterstützen!
Hier wird massiv Meinungsmache /-Manipulation seitens der FDP – und, so scheint mir, zu Gunsten einer geplanten Modifikation der FTT zu Lasten der Otto-Normal Steuerzahler (was auch die gutbürgerliche MittelSchicht beinhaltet) – betrieben!

Wir können die Finanz-TransaktionsSteuer im EU-Rat durchsetzen, über die Souveränität Englands hinweg!
So können wir zumindeßt die City of London mit ins Boot ziehen..:)
Natürlich müssen die Rahmen-Bedingungen der Fintrans-Steuer dann stimmen.

Der gefiel mir auch noch gut:

Wieso sagt eigentlich keiner der Schwachmaten, daß Spekulationsgewinne von Tradern mit 25% pauschal besteuert werden?!
Eine strikte Trennung von Publikumsbanken und Investmentbanken wäre von Vorteil und das ohne Querverbindungen und Zugang zu Kundendaten oder Vermittlungsgeschäften.

Einen nennenswertes Statement hat Anne Will zum Schluss immerhin rausgelassen. Da die ARD Tagesthemen sich mit dem Phänomen ‚Lena‘ beim Eurovision Songcontest beschäftigen, konterte Sie sinngemäß:

„Mal sehen, ob uns dieses Phänomen auch noch nächste Woche in der Lage versetzt, über die Finanzkrise hinweg zu trösten.“

Achja:

Ich halte eine FTT von mindeßtens 0,025% definitiv für wünschenswert – auch wenn es nur ein kleiner Schritt in die richtige Richtung ist.

Jedoch sollte auf alle Fälle die City of London mit einbezogen werden. Vielleicht würde dies die Grundlage für weiteres weltweites Umdenken in NY und Shanghai schaffen.

Einen Schritt nach dem Anderen – und am Ende des Weges steht die FED 🙂