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Franz Hörmann – Das Ende vom Geld

Veröffentlicht: Juni 12, 2011 in Monetarismus

..eine satirische Interpretation

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Ist eigentlich schon wem aufgefallen, dass die Banken sich die Kredite immer doppelt besichern lassen?

Einmals durch die Bonitäts-Prüfung, mit der die Kreditwürdigkeit des Kunden bescheinigt wird – oder nicht; der Antragsteller muss dem Gläubiger (der Bank – die für die Einlagen ihrer Kunden haftet) diese selbst nachweisen. Er könnte ja ebenso ein ’systemisches Risikio‘ darstellen. Dies wäre dann der Fall, wenn er einen namhaften Kredit trotz mangelnder Bonität – also einen Vertrauens-Vorschuss / Pfand in Form von adäquater Zahlungsmoral, persönlichen Verhältnissen und stabile finanzielle Verhältnisse sowie ein stabiles Einkommen – bescheinigt bekäme, obwohl dem nicht so ist.

Andernmals durch den Kredit-Zins selbst! Denn dieser ist ja im Grunde nichts anderes, als die Gebühr für das Risiko der Bank eines teilweise oder Total-Ausfalls des vergebenen Geld-Kredits gegenüber dem Gläubiger – also den Kunden mit ihren Geld-Einlagen. Da das Kredit-Ausfall-Risiko nie vollständig zu eliminieren ist, sondern vielmehr immer ein Rest-Risiko auf Nicht-Zurückzahlung des Kredits bestehen bleibt, ist der Kredit-Zins anversicht auch gerechtfertigt. Es gibt leider keinen perfekten Markt, bei dem alles zu 100% getilgt wird, so dass der Zins theoretisch wegfallen könnte.  Auch wenn diesen Zahlungs-Ausfällen sicherlich auch andersweitig (..) beizukommen möglich wäre.

Die eigentliche Idee des Zinses ist in diesem Falle aus meiner Sicht in einer solidarischen Umlage-Versicherung zu sehen, welche in überschaubaren Kreisen auf ‚Dorf-Niveau‘ sogar ohne Weiteres funktionieren könnte:

Kann der Kredit – aus welchem Grund auch immer – von einem Mitbürger nicht oder nicht vollständig zurückgezahlt werden, so bedeutet das auch bei mehrmaligen Vorkommnissen (verschiedener Bürger), nicht den Untergang / die Insolvenz der Bank (die ja theoretisch auch nicht das Geld herzaubern kann..). Sondern die Kredit-Ausfälle der Bank werden solidarisch von den Schuldnern der ganzen Gemeinde getragen, durch den gezahlten Kredit-Zins von wenigen Prozent auf den so verteuerten Leih-Betrag.

Der Zins alleine würde also ausreichen, um etwaige Ausfälle der Bank – als uneinbringliche Forderungen verbucht – wett zu machen. Die Bilanz wäre durch die Mehreinnahmen der Bank aus Zins auf die Verleih-Gelder wieder ausgeglichen.

Soweit zur Theorie.

In der Praxis  scheinen die Banken jedoch den Zins gar nicht als Besicherung ihrer Geld-Vergabe wahrzunehmen. Sonst könnten sie auch ohne Weiteres auf die aufwendigen Bonitäts-Prüfungen verzichten. Nein; die Banken kassieren viel mehr gleich doppelt ab:

Jeden kredit-nehmenden Schuldner durch Anrechnung des Kredit-Zinses aufs Haben-Konto der Bank und im Falle eines Aus-Falles darf der Schuldner mit seinem Privat-‚Vermögen‘ – seinem gesamten Hab und Gut – auch noch bluten. Worin besteht der Sinn dieser doppelt – kollektiv wie paritätisch – praktizierten Schulden-Tilgung? Macht dies überhaupt Sinn?

Zudem muss man wissen, auch wenn es in die Thematik der doppelten Besicherung jetzt nicht wirklich rein passt, dass die (big) Geschäfts-/Investment Banken einen Großteil ihrer beachtlichen (20%+) Gewinne hauptsächlich durch Geld-Vermehrung auf der Basis der Ausgabe von ungedecktem Geld erwirtschaften.

Für mich gibt also ein quasi doppeltes Aufwiegen der Kredit-Ausfälle nur dann einen gewissen Sinn, wenn ein weiterer – oft nicht beachteter – Faktor, nämlich derjenige der Beschaffung notwendiger, jedoch sehr knapper Handels-Ressourcen – welche im Falle der Banken  eindeutig das Geld darstellt – mit in den gedanklichen Legitimations-Prozess hineinbezogen wird.

Die Beschaffung einer Basismenge an Zentralbank-Geld..

Stellt sich mir noch die Frage: Als was nehmen die Banken und Ökonomen den Zins dann war? 

Bei aufgeklärteren  sollte der Zins als das wahrgenommen und auch nach aussen kommuniziert werden, was er tatsächlich ist: Ein Obolus für die private Geld-Emission. Denn dort, wo das ganze Schuld-Geld emissioniert und der – wenn auch sehr limitierte – Zugang für fast Jedermann über das Banken-System nach ‚Unten‘ ermöglicht wird, ist man natürlich auch nicht von gestern. Im Gegenteil. Hier denkt die finanzielle Elite der privaten stakeholder der zwölf Privat-Banken, die zusammen die Federal Reserve – die US-Zentralbank also – bilden, sehr ‚progressiv‘. Sie schaffen das Geld aus dem Nichts und geben es jedoch nur als Schuld-Geld weiter aus – also nur gegen eine prozentual fixe Gebühr am nominellen Kredit. Auch die FED besichert sich im Grunde doppelt gegen einen Aufall – denn als Sofort-Pfand nimmt sie ebenfalls Staats-Anleihen, Schatzpapiere etc. in Kauf. Im Prinzip also exakt der gleiche Prozess, den auch eine (Kommunal-)Bank vollführt, mit dem einen Unterschied: Die US-Zentralbank (FED) kann das Geld praktisch unendlich schöpfen. Für sie ist Geld als Ressource nicht knapp. Lediglich die zur Verfügung stehenden, akzeptablen (Staats-)Sicherheiten für das auf paradoxe Weise (noch) kostbare Geld / US$ sind es. Die Federal Reserve ist somit Kreditgeber / Gläubiger der ersten Instanz und damit Profiteur in letzter Instanz. Sie bestimmt die Spielregeln – die Konditionen, zu denen ein US-Staats-Kredit vergeben wird. Den Leitzins etwa. Das kann die FED, weil sie quasi ein Markt-Monopol auf die Ressource Geld hat. Dieses wird durch das Patent der FED auf die Geldschöpfung gesichert. Solange ihr dieses Patent erhalten bleibt – es ihr der Staat nicht wieder aberkennt, solange kann sie die Geldwirtschaft willkürlich diktieren und für ihre privaten Interessen mißbrauchen.

Schuld-Geld im Übrigen deshalb, weil das Geld nicht schuldfrei – durch und für die öffentliche Hand – geschaffen wird, sondern mit einem Leit-Zins der ZB für das Kredit-Ausfall-Risiko des Marktes privat ‚besichert‘ wird – aus Gläubiger-Sicht gesehen. und wer kommt für das ganze schuldbehaftete Geld auf? Na? Die Bürger – die einen übersteigerten Bedarf an Geld haben und sich verschulden, in erster Linie natürlich. Aber auch die Industrie, denn ‚ohne Moos nix los‘, wie’s so schön heisst. Und damit sind wir Alle natürlich mit an Bord. Doch ist beim Menschen noch nicht das Ende der Fahnenstange erreicht: Die Natur / Umwelt leidet natürlich! mit. Vom kapitalistischem Diktat sind weder Mensch noch Tier ausgenommen. Alle leiden unter ein und derselben Minorität privater Geldhalter, denen auf perfide Weise (mit Nachdruck!) das Recht der Geldschöpfung in die Hände gefallen ist (gegeben wurde) und das sie nicht mehr aufgeben wollen. So entsteht in exponentieller Geschwindigkeit aus Geld immer mehr Geld. Wächst und wächst – und sucht neue Anlage-Möglichkeiten in einer begrenzten Welt.

Dazu noch mein bekennendes Paradigma / Prophezeihung: Nur der kollektive Ausstieg aus dem Finanz-Faschismus, die Aufgabe der kapitalistischen Religion, die Ablehnung der systemischen Verschwörung und die Flucht nach Vorne, kann unsere Gesellschaft noch erretten – eine Gesellschaft, die diesen Namen auch verdient, wieder-erblühen lassen. Dazu müssen wir uns selbst aus dieser Abwärts-Spirale heraus-katapultieren, uns und so viele unserer Mitbürger wie möglich aus der kapitalistischen Gleichung herausnehmen – bevor der Kapitalismus 3.0 womöglich unser aller Schicksal besiegelt und wir endgültig ‚vor die Hunde gehen‘.

Eine recht interessante, weitergührende Frage in diesem Bezug: Wie wird international mit einem Staat umgegangen, der ‚Pleite gegangen‘ ist? Wird er sanktioniert? Oder ’nur‘ beim zukünftigen Handeln am Markt behindert / ausgeschlossen?

Was die Koppelung der Geldmenge mit dem vergüteten Gut-/Haben-Zins betrifft bzw. dessen Verhältnis zueinander: Bei kleineren Umsätzen bis zum Million-Bereich, was der Regelfall der meisten Banken ausmacht, kann man ja davon ausgehen, dass das Zins-Verhältnis vom Haben : Soll Betrag etwa 5:1 entspricht. Es wird also im Regelfall – die Erfahrung zeigt es – locker mal der fünffache Zins des gebotenen Zinses aufs Spargeld für einen in Anspruch genommenen Kredit verlangt.

Doch auch hier gilt, wie bei fast jeder Investition: Die nachgefragte Masse senkt bei Vollzug den Preis. Bei einem Investment eines zwei- bis dreistelligen Millionen-Betrages wird die Differenz von Haben-/Kreditzins zum Soll-/Sparzins marginal. Im Gegensatz zur Marktlogik – ‚je mehr ich von einer Ressource anbiete, desto weniger bekomme ich dafür‘ (bei endlicher Nachfrage), verhält es sich bei der Ressource Geld also genau umgekehrt: ‚Desto mehr ich anbieten / nachfragen kann – je mehr Geld ich für mich arbeiten lassen kann, desto günstiger werden die Konditionen für mich‘. Das Knappheits-Gebot ist somit ausser Kraft gesetzt und ein Einschwenken in Richtung Verteilungs-Gerechtigkeit nach diesem Prinzip (solange dieses vorherrscht) endgültig passé.

Die Wachstumskritik des Stephan Schwarz‘ ^_^

Veröffentlicht: Dezember 1, 2010 in Monetarismus
Schlagwörter:

Alexis Passadakis @postwachstum.net:
„Mit der Krise des neoliberalen finanzmarktgetriebenen Wachstumsmodells und der Krise des fossilistischen Industrialismus, wie sie sich mit der Klimakrise und Peak Oil zuspitzt, ist die Frage des ökonomischen Systems wieder auf der Tagesordnung. Im politischen Handgemenge wird heftig über makro-ökonomische Konzepte gestritten: neoliberale Austeritätspolitik vs. Neo-Keynesianismus und bisweilen auch Öko-Keynsianismus. Mit dem Beginn der zweiten Phase der Weltwirtschaftskrise, der Eurozonen-Turbulenzen, bietet sich ein Möglichkeitsfenster, dass soziale Bewegungen bei den ökonomischen Weichenstellungen wieder eine größere Rolle spielen. In diesem Kontext nimmt ein neuer Zyklus von wachstumskritischer Debatte an Fahrt auf. Dabei gehen die Autor_innen des Postwachstumsblog davon aus, dass Wirtschsftswachstum in den frühindustrialisierten Ländern des Nordens ein Problem für globale soziale Gerechtigkeit ist und nicht die Lösung – und dass Gleichheit und Gerechtigkeit heute nur sozial-ökologisch gedacht werden kann. Es geht also um eine solidarisch-demokratische Post-Wachstumsökonomie. Dieser Blog skizziert und kommentiert die laufenden Diskussionen um eine Postwachstumsökonomie. Gleichzeitig begleitet er die Planungen eines Kongresses zum Thema „Jenseits des Wachstums!?“ für das Frühjahr 2011 an dem Attac maßgeblich beteiligt sein wird.“

Unsere attacademie Postwachstums-AG: „Wir wollen uns mit der Theorie die für das Wachstum spricht beschäftigen und
dann natürlich anschließend gleich: Was stimmt denn nicht am Wachstum?
Dann erwarten wir wohl eine Wachstumskrise..und dann kommen wir zu einem Postwachstum.
Was wächst dann noch? – Vor allem gehts um den Stoff-Durchsatz und die Ressourcen – den
Ressourcen-Verbrauch, das darf wohl nicht mehr wachsen.
Dann gibts verschiedene Theorien zu diesem Zustand: Degrowth.. Dann gibts verschiedene
Bereiche, die dann vom Zustand des Postwachstums betroffen sein werden:
Mobilität(?), Landwirtschaft, Finanzen(?), Demokratie(?), Bevölkerungshöhe(?), Energie und
Dezentralisierung(?).
Frage: „Wie übersetze ich diese Theorien, um diese über uns hinaus zu verbreiten?“ – theoretisch
oder anhand von Fallbeispielen..

Anmerkung: die mit ? versehenen Punkte bedürfen meiner Meinung nach einer konkreten
Erläuterung! d.h. ich check die eigentlich alle nicht wirklich – höchstens Wirtschaft & Energie-DL
leuchten mir wirklich ein^_^

Von der attac website:
„..Dagegen erhoffen sich manche einen grünen Kapitalismus, manch andere ein anderes Wirtschaftssystem. Wo steht Attac? Wo sollte nicht nur Attac stehen?
Um uns dieser Frage anzunähern, wollen wir genauer wissen, warum der Kapitalismus wachsen muss. Liegt es am Geld? Oder am Konkurrenzsystem? Oder am Menschen an sich?
wie wir dem Wachstumszwang entkommen – falls notwendig. Durch Regulierungen? Durch eine neue Kultur? Oder durch ein neues Wirtschaftssystem?
Welche Strategien bei der Schaffung eines zukunftsgerechten, emanzipatorischen Gesellschafts- und Wirtschaftssystems notwendig und erfolgversprechend sind.“

Meine Meinung(en):

  • Ich halte überhaupt nichts, von einem künstlich hochgehaltenen – gehypten, grünen Wachstum – insofern er nicht mit weiteren, massiven Eingriffen in den amerikanischen Kapitalismus gekoppelt ist.
  • warum der Kapitalismus wachsen muss: Es liegt am Geld – am Geldsystem.
  • wie wir dem Wachstumszwang entkommen: Durch ein anderes Geldsystem – nicht Wirtschafts-System! & durch (Finanz-)Regulierung.

Daher sind als notwendig & erfolgsversprechend anzusehen:
Alle Maßnahmen, die direkt & effektiv in die drei bestimmenden Faktoren eines jeden florierenden Geldsystems einwirken:

  • Der Prozess der Geldschöpfung → Wem kommt der Münzgewinn zu Gute?
  • Die Deckelung der gesamten umlaufenden Geldmenge und deren Mindeßt-Reserve(-Satz)
  • Der Leitzins der Zentralbanken (fiskalischer Spielraum je nach Konjunktur-Zyklus)  (mehr …)

Der SpiegelFechter – Jens Berger – im Schlussgedanken des gerade publizierten Artikels „Irland steht mit dem Rücken zur Wand„:

Warum gestattet die EU nicht, dass sich Staaten, die am Markt zu hohe Aufschläge zahlen müssten, mit Auflagen über die EZB finanzieren? Wie das funktionieren kann, bewies unlängst die FED, die erst vor kurzem ankündigte, Staatsanleihen im Wert von 600 Milliarden US$ aufzukaufen. Für Angela Merkel wäre das jedoch unattraktiv, kann sie doch nun direkt Einfluss auf die Politik der PIIGS-Staaten nehmen.

Das kann ich Dir sagen, mein lieber SF, da die EZB im Gegensatz zur FED nicht in der Lage ist, Geld aus dem Nichts zu schaffen und damit Europa zu versklaven. In der EU läuft das etwas anders: Hier ist Brüssel auf ein stabiles Wechsel-Verhältnis des Euro zum US-Dollar bedacht. Würde der Euro heute auch nur ansatzweise eine derartige Inflation erfahren, und zwar durch simples „quantitative easing“ in Form des Ankaufs von (EU) Schatzpapieren der Staats-Haushalte durch die EZB – wie dies bei der Inflationierung des US$ durch die FED erneut der Fall ist, befänden wir uns morgen im 3. Weltkrieg.

(mehr …)

Das Ende der Währungsspekulation

Veröffentlicht: November 17, 2010 in Monetarismus
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Ein Ende des Spekulations-Krieges auf Wechselkurse von Währungen, könnte mit folgender, recht simplen Methodik erreicht werden – ein Vorschlag hierfür stammt von Dr. Heiner Flassbeck, dem Chefvolkswirt von UNCTAD:

Der automatische Ausgleich der Inflations-Differenzen der verschiedenen Währungen – der Trade and Development Report der UNCTAD 2009

Wenn die Welt sich entschließen würde, das Währungssystem möglichst handelsneutral zu machen, müsste man dafür sorgen, dass die nominalen Wechselkurse weitgehend den Inflationsdifferenzen der Länder folgen. Das ist überhaupt nicht revolutionär. Das ist das, was jedes Lehrbuch der Volkswirtschaftslehre von funktionierenden Devisenmärkten erwartet. Dann wäre die Größe, die Ökonomen den realen Wechselkurs nennen, jederzeit konstant. Der reale Wechselkurs ( das ist die Inflationsdifferenz zwischen zwei Ländern plus oder minus der Wechselkursänderung in der gleichen Periode) ist das entscheidende Maß für Wettbewerbsfähigkeit zwischen Volkswirtschaften. Wäre dieser reale Wechselkurs konstant, würde ein Land mit hohen Inflationsraten systematisch entsprechend der Inflationsdifferenz abwerten und damit nicht an Wettbewerbsfähigkeit gegenüber seinen Handelspartnern verlieren. Andererseits wäre es nicht möglich, dass Länder durch Gürtel-enger-Schnallen versuchen, anderen Ländern Marktanteile abzujagen.

die Spekulanten bei der Arbeit (mehr …)


..wollen, nicht sollten, lautet:

Wie kann es gelingen, praktisch alle Lebensbereiche von einem System namens Markt beherrschen zu lassen?

Und zwar einem in der Realität mehr als unvollkommenen – einem richtiggehend pervertierten – Markt, auf dem Angebot & Nachfrage nicht weiter voneinander getrennt sein könnten. Denn die egalitäre Initialsierung des Wettbewerbs im entscheidenden Markt-Segment der westlichen Finanzdienstleister – der kommerziellen Banken – ist quasi ausgeschaltet, weil sämtliche Großbanken genau wie die Zentralbanken privatisiert sind.

Sobald dieses System seine Herrschaft angetreten hat, ist für den Ökonomen selbst der Blick auf die Ergebnisse, die das System generiert, vollkommen überflüssig. Er weiß ja, dass das Richtige herauskommt, und selbst wenn nicht das Richtige herauskäme, wüsste er, dass es keine andere Methode gibt, mit der man es besser machen könnte.


Für Effizienz-Steigerungen sorgt der amerikanische Kapitalismus aufgrund des extremen Wettkampf-Prinzips (Sozial-Darwinismus) von selbst. Denn würde er das nicht, wäre er damals vom Kommunismus überrollt worden bzw. hätten wir weltweite Finanz-Crashs und Repressionen schon vor 20 Jahren erleben dürfen / müssen. Kapitalismus ist nicht das bessere Polit!-System, aber das Effizientere. Denn in keinem anderem Regierungs- /Verwaltungs-System werden die Beteiligten (bzw. ihre Real-Arbeitskraft) so Gegeneinander ausgespielt – ohne , wie in dieser Form des amerikanischen Kapitalismus. Nur, wer sich der Ausnutzung (Ausbeutung) seiner Arbeitskraft erfolgreich erwehren kann und gleichzeitig andere Einkommens-Möglichkeiten – wie etwa der Ausbeutung der Allgemeinheit / öffentlichen Hand oder spekulatives Investment für sich zu nutzen versteht, der kann sich langfristig in diesem System bewehren bzw. steht über & kontrolliert das System zu einem gewissen Maße mit. (mehr …)


+ ein link auf den Spiegelfechter, der mit einem gut recherchierten und heiß diskutierten Artikel hierzu aufwarten kann.

 

Krankes Geld – Kranke Welt

Veröffentlicht: Oktober 1, 2010 in Monetarismus, philosophisches

Die westlichen Gesellschaften sind von der Droge billiges Geld weitgehend abhängig. (mehr …)


Marktversagen: (aufgrund von Deregulierung)

Heute, nach dem Crash, sagen fast alle – oder zumindest deutlich mehr als vor der Krise -, ein bindender rechtlicher Ordnungsrahmen sei notwendig. Die  unzureichende Regulierung ist uns teuer zu stehen gekommen: Krisen wären seltener und weniger kostspielig gewesen, und die durch die Aufsichtsbehörden und die gesetzlichen Regeln versursachten Kosten wären im Vergleich zu diesen Kosten eine Kleinigkeit gewesen.  Ganz offensichtlich versagen Märkte, wenn sie sich selbst überlassen bleiben – und sie tun dies sehr oft. Es gibt viele Gründe für dieses Marktversagen, aber zwei sind besonders eng mit dem Finanzsektor verbunden: das „Handeln in Stellvertretung“ (agency) – in der heutigen Welt tätigen zahllose Menschen im Auftrag (als bevollmächtigte Stellvertreter) anderer Menschen Geldgeschäfte und treffen Entscheidungen in ihrem Namen – und die zunehmende Bedeutung „externer Effekte“.

Das Problem des Handelns in Stellvertretung ist ein modernes. Moderne Aktiengesellschaften mit ihren zahllosen Kleinaktionären unterscheiden sich grundlegend von Familienunternehmen. Es gibt eine Trennung von Eigentumsrechten und Leitungsbefugnis, die unter Umständen bewirkt, dass der Vorstand, der nicht in nennenswertem Umfang am Unternehmen beteiligt ist,  das Unternehmen so führt, wie es seinen eigenen Interessen dienlich ist. Auch bei Investoren treten Probleme im Zusammenhang mit dem Handeln in Stellvertretung auf, denn bei vielen handelt es sich um Pensionsfonds oder andere institutionelle Anleger. Diejenigen, die die Anlageentscheidungen treffen – und die Leistungsfähigkeit von Unternehmen beurteilen -, tun dies nicht im eigenen Namen, sondern im Namen derjenigen, die ihnen ihre Gelder anvertraut haben. Entlang der gesamten „Stellvertretungskette“ führte die Fokussierung auf den Unternehmenserfolg zu einer Konzentration auf kurzfristige Erträge.

Joseph Stiglitz – Nobelpreis für Wirtschaftswissenschaften 2001

apropos Kern der Mißstände:
Für mich sind das –

politisch betrachtet:
Deregulierung & (verfehlte) Repräsentativität

ökonomisch betrachtet:
abgehobenes Investment-Gewerbe – im Gegensatz zum verarbeitenden & Dienstleistungs-Gewerbe; 98% der Geldmenge M3 sind dem NICHT – REAL-Vermögen des Investment-Gewerbes zuzuschreiben!
Nur 2% (1/50) etwa, beziehen sich auf Real-Werte

philosophisch betrachtet:
der Hochmut / Eigensinnigkeit / Borniertheit / Dünkelhaftigkeit – die Reduzierung auf den homo oeconomicus..der westlichen Gesellschaft / Ochlokratie

wirtschafts-philosophisch:
der Mandrake-Mechanismus, welcher das exponentielle Zins-Wachstum beinhaltet
– Maximierung der Rendite unter zu-Grunde-Legung ungedeckten ‚Wucher-Geldes‘

Solange diese falschen Anreize beibehalten werden, wird die tendenziöse Berichterstattung in den Medien, der Imperialismus und die Kolonial-Hegemonie der westlichen Hemisphäre nicht abreißen.