Unternehmensbewertung

Eine kurze Metapher zur Problem-Hinführung:

Wer hat Interesse daran, aus Scheisse Gold zu machen?

Doch nur derjenige, der nur Scheisse anzubieten hat – aber davon reichlich.

Am Ende steht eine Welt aus Gold – und doch werden wir an der Scheisse ersticken!

Was ich damit sagen will:

Wenn jeder in die Lage versetzt würde, aus Scheisse Gold zu machen – also nutzlosen Müll den Anschein zu geben, er wäre wertvoll – so hätten wir bald einen Planeten voller Scheisse. Einfach deswegen, weil die falschen Anreize gesetzt und durch eine scheisse-prodzuierende Minderheit angepriesen / propagiert wurden.

Gut, auf die konservative Medien-Landschaft – also weite Teile des Mainstreams – in den USA, England, Deutschland, Italien…eigentlich im ganzen Westen, mag dies sogar überwiegend zutreffen. Denn sowohl über die kommerziellen als auch die öffentlich-rechtlichen! Medien-Formate – egal ob im TV, Rundfunk oder Print – werden ja quasi ausschließlich zur Verbreitung populistischer Unterhaltung (mit oft kommerziellen Hintergedanken) oder zur gezielten Meinungsmache (ja, ich rede von Kampagnen!) durch auserlesene, gefilterte Presseagentur-Nachrichten mißbraucht. Von Seriösität und Unvoreingenommenheit bei mermeintlich informativen Nachrichten-Sendungen wie der ARD Tagesschau, ist hier schon lange nicht mehr zu reden. Da gehen alternative Nachrichten-Portale wie Kopp-online oder die linke Tageszeitung Junge Welt einen wesentlich libertäreren Weg – bei dem man noch von Qualitäts-Nachrichten reden kann.

Selbst Talk-Runden wie bei Anne Will und Maybrit Illner sind populistische Plattformen für Öffentlichkeits-Arbeit immer gleicher Pappnasen aus Politik und Wirtschaft, bedienen und festigen Vorurteile oder entkräften allzu oft konstruktive Kritik und spielen alternative Ansätze herab. Dies wird etwa durch gezieltes Rahmensetting der Veranstaltung mit einer inhaltlich reglementierten Agenda (oft in falschem Kontext) und erlesene (selten belesene) Diskussions-Teilnehmer ermöglicht, bei der vom Moderator generell zu unkritisch nachgehakt wird und die wenigen guten Argumente freiheitlicher und unabhängiger Diskutanten generell zu kurz bzw. in ein falsches Licht gerückt rüber kommen. Diskutanten, die eine unpopuläre Meinung vertreten, werden auch häufig erst gar nicht ernst genommen oder es wird Standpunkten von Vertretern renommierter Institutionen und Verbänden zu viel Bedeutung zugemessen. (deren Argumentation meißtens auf den Erhalt des bestehenden Systems ausgelegt ist – siehe das Josef Ackermann-Interview bei Anne Will)

Das Internet erlebt jedoch jeder anders – jeder kann dort genau das finden, wonach er sucht. Das finden manche toll, manche weniger. Gerade viele akademische Gelehrte scheinen jedoch hierin eine Bedrohung zu sehen. Und ich muss ihnen recht geben. Das Internet stellt eine Bedrohung dar, da in der (Hoch-)Schule versäumt wurde, korrekt auf die Manipulations-Risiken hinzuweisen. Dies wurde jedoch ebenfalls bei sämtlichen anderen Medien-Formaten versäumt. Doch im Gegensatz zu unseren privatisierten Mainstream-Medien oder den Öffentlich-Rechtlichen, die dem Bildungsauftrag ja auch nicht gerecht werden, birgt das world wide web ein ungeheures Potenzial in sich: Es ist für uns in Form der interaktiven Blogosphäre erlebbar.

Und eines ist klar erkennbar: Weblogs unterrichten nicht nur umfassender und zeitnaher, sondern widersprechen den etablierten Medien auch recht häufig bzw. kritisieren unentwegt deren einseitige, lobbyistische Bericht-Erstattung. Diese libertäre Ausrichtung meißt nicht-kommerzieller Medien bietet eine bisher einmalige Chance in der Geschichte der Menschheit: Die Kommunikation über den Tellerrand der staatlich geprägten und durch industrielle Interessen beeinflussten Medienwelt hinaus. Schaut man über diese künstlichen Grenzen hinaus, wird man feststellen, dass die Interessen-Konflikte und der Kampf um die Macht-Vorherrschaft in der Welt nicht so ist – vor allem nicht so trivial ist – wie wir vielleicht glauben sollen.

Nun aber zu den medienspezifischen Geschäfts-Modellen:

Nicht anders verhält es sich doch, wenn man vorsätzlich eine Rechengröße manipuliert, um daraus einen Vorteil für sein Unternehmen zu generieren. Dies ist nicht legitim.

Nun kann man diese gängige Praxis versuchen, folgendermaßen zu rechtfertigen: Man beschönige zwar seine Referenzen – was natürlich nicht zugegeben wird – um Investoren / Fremd-Kapital anzulocken. Für die Einstufung der Authentizität der zu Grunde liegenden Ergebnisse wäre jedoch der Investor selbst verantwortlich – schließlich werden zu Grunde liegende Bezugsgrößen offen dargelegt und seien für jeden Interessenten einsehbar und überprüfbar.

Abgesehen von den bei diesem Vorgehen nicht vorhandenen (ausgeklammerten) moralischen Werten, die ethisch-tragbares Handeln erst ermöglichen, ist dies aus mindeßtens zwei Gründen inakzeptabel:

  • Mag diese positive Annahme, der eigenverantwortlichen Überprüfung – getreu dem Motto „Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser“ – bei den Big-Business Playern der Fall sein. Jedoch ist sie sicherlich nicht beim „kleinen Mann“ als – auch nur überwiegend – positiv einzustufen. Diese – nach dem (vermeidlichen) Rechtfertigungs-Konstrukt der Unternehmens-Optimierer erforderliche Fachkompetenz für den kausal-kalkulierenden Erfolg unternehmerischen Handelns, ist im privat-bürgerlichen Metier sowie in weiten Teilen öffentlich-rechtlicher Institutionen so nicht vorhanden und bleibt auch in Zukunft – gerade in Anbetracht der im status quo präsenten und auf unabsehbare Zeit weiterhin veranschlagten Bildungs- und Spar-Politik – schlichtweg eine Utopie!

Insbesondere das nicht akademisch gebildete Bürgertum, welches sich oft noch durch immer (gewollt?) oberflächlichere Kunden-Beratung vieler (inkompetenter) Finanz-Berater und Kredit-Institute – selbst der Regional-Banken wie Sparkassen und Raiffeisenbanken – beeinflussen lässt und in eine irreführende (Schein-)Sicherheit wiegen lässt, ist mit einer objektiv zuverlässigen Analyse, die in der Regel – einmal als solche erkannt und verifiziert – ausschlaggebend ist, schlichtweg überfordert. Doch genau hier, in der Verifizierung des Wahrheitsgehalts der Unternehmens-Analyse, liegt der Hund begraben.

Über die Einzelheiten der von Unternehmen zu Unternehmen intern differierenten – von der unverbindlichen Leitstruktur der Bewertungs-Reglementierungen abweichenden – Analyse-Techniken und Rechen-Schemas, muss nicht bis ins letzte Detail offengelegt und vollständig informiert werden. So wird ein intern erkanntes und als solches realisiertes Unternehmens-Defizit gegenüber dem unbedarften „Laien“ – zu denen verstärkt nicht nur Volk sondern auch professionelle Berater zählen, nicht nur nicht als Defizit dargestellt, sondern sogar noch zum Benefit umdeklariert.Durch die stetig komplexeren Bilanzierungs-Methoden unternehmensbasierter Anlage-Werte, welche von der bürgerlichen Allgemeinheit durch die Suggeration von Fach-Kompetenz – nicht leichtfertig! – sondern unter der gerechten und plausiblen Annahme historisch durchgängig gewachsener, bilanz-statistischer Werte wahrgenommenen, als authentisch eingestuft und quasi für bare Münze genommen wird, offenbart sich der lockere Mörtel unter der bröckelnden Fassade besonders in regressiven bis deflatiösen Konjunktur-Phasen und macht somit das vorher anmutend strahlende Gesamtbild zunichte. Denn in inkonsistenten, unruhigen oder gar aufrührerischen Zeiten wird bleibt kein Stein auf dem anderen.

Doch diese Investment-Falle schnappt nicht nur bei taufrischen „Spekulatius-Irrwischen“ – also den unbeholfenen Börsen-Einsteigern – zu, sondern auch bei renommierten, alteingesessenen Finanz-Strategen, die vielleicht für ein klein-mittelständisches Produktiv-Unternehmen oder eine Interessen-Gemeinschaft es versäumt haben, unerwartet riskante Anlage-Entscheidungen weiter-zureichen und rück-zuversichern. Das Motto „Think Big“ – welches sich in dem unersättlichen Wunsch nach markt-liberaler Deregulierung manifestiert, wird hier schnell zum Bumerang – richtet sich also gegen einen selbst. Denn gerade weniger populistische und nicht system-relevante Corporations werden im Falle eines unprognostizierbaren Rückschlags, welche die eigene Substanz angreift und aufzehrt, nicht selten vom Staat hängen gelassen und bei Nicht-Erfolg des Anwerbens eines Investors dem Bailout / Ausverkauf preisgegeben. (siehe Opel-Szenario)Dies geht in erster Linie zu Lasten der Arbeitnehmer, die nun wirklich unschuldig an der Misere sind.

Sollte also das Ergebnis nicht zufriedenstellend sein bzw. den hohen Kundenerwartungen nicht gerecht werden, gilt das Bewertungs-Kredo: „Blos keinen Makel in Erscheinung treten lassen“ – denn das schmälert ja die Erfolgs-Chancen – und bremst die eigene Performance durch eine schmäler einzuschätzende Rendite aus.Daher werden, dem neo-liberalistischen Dogma „Wer nicht mitzieht, der scheidet aus“ gemäß, Unternehmens-Kennzahlen geschönt – um auf einem geschöntem Markt bestehen und auch das eigene Unternehmen noch anpreisen und vielleicht noch etwas heller leuchten lassen zu können, als die Konkurrenz. Kollektive Selbst-Verleumdung und Blender-Wahn;

Dies – und nichts anderes, wurde mir heute beigebracht – bzw. sollte mir diese bedenkenlose Geschäfts-Praxis durch den MedienGEschäftsModelle-Unterricht vermittelt werden!

Es scheint jedoch unternehmerisches Handeln immer stärker von inmateriell – spekulativen „Finanz-Roulette“ geprägt zu sein. Abseits von reellem Wachstum, das durch materiellen Mehrwert geprägt ist,

  • Tragen inter-/trans-nationale Konzerne meißt nicht die Konsequenzen – sie übernehmen keine gesellschaftliche Verantwortung. Sie haften nicht für ihr Tun, welches aus ihrer unangebrachten – ja im gesamt sozial-gesellschaftlichen Kontext betrachtet kontraproduktiven und daher verkehrten – gewinn-optimierenden Einstellung heraus hervorgeht und weitreichende Konsequenzen mit sich führt. Wenn überhaupt, dann werden sie nur partial herangezogen und das nur auf großen öffentlichen Druck hin.Hier gilt vielmehr das Idiom „Too big to fail“. -Jüngstes Beispiel: Das durch British Petroleum verursachte Deepwater-Horizon Debakel im Golf von Mexiko!
    Mit dem Paradigma keynsianischer Denkansätze der Chicagoer Schule, welche neo-liberalistische Wirtschafts-Konventionen prägten und heute weitestgehend staatliches Handeln beeinflussen, finden sich die BIG Player, die Branchen-Primi regelmäßig am Fiskal-Tropf hängend wieder. Großen Finanzdienstleistern – insbesondere system(un)relevanter Geschäfts-Banken bilden da keine Ausnahme. Die Rechnung darf im Endeffekt immer der Steuerzahler begleichen.Zudem hat das beschriebene, unorthodoxe Vorgehen aus pädagogischer Perspektive eine auf andere gesellschaftliche Bereiche übergreifende, negative Beispiel-Funktion ausgelöst, welche die Gesellschaft zunehmend unterwandert und soziale Beziehungen erschwert.

Der Studiengang Medienmanagement ist doch auch für kritische Redakteure, Publizisten…gedacht – oder sehe ich das falsch? Auch wenn ich der einzige Vertreter dieser Zunft in meinem Semester zu sein scheine – würde ich das wirklich gerne ein für allemal klären: Ist der Studiengang Bachelor Medienmanagement „Feder-Krieger“ wie mich geeignet – was einer Begegnung meiner Meinung mit Respekt und Achtung bedingt, oder ist dies nicht der Fall?

Ich habe großen Respekt vor den Leistungen und dem Amt meiner Dozenten. Ich hoffe, der Respekt ist auch umgekehrt vorhanden. Es erhärtet sich aus meiner Sicht nämlich immer mehr der Eindruck, dass meine persönliche Meinungs-Freiheit a priori in sämtlichen Studien-Fächern – ohne Ausnahme – mir nicht zugestanden und stattdessen meine Aussagen permanent nicht für voll genommen – ja teilweise sogar ins Lächerliche gezogen werden. (Klar, einige meiner Aussagen setzen recht unpopuläres Hintergrund-Wissen voraus; aber ich bekomme keine Chance, dies meinen Mitstudenten und Co begreiflich / plausibel zu machen – ihnen meine konsequente und vorbehaltlose Internet- und Literatur-Recherche zu erläutern und meine Schlussfolgerungen, die ich daraus gezogen habe, mit den ihren in Einklang zu bringen..) Es muss genügend Zeit und der Wille zu studentischen Aufarbeitungs-Bereitschaft gegeben sein – oder was soll ich von einem Studiengang halten, der expliziten Anspruch auf die Vermittlung akademischer Fertigkeiten im Umgang und Kompetenz mit Medien erhebt, jedoch scheinbar die Unfehlbarkeit seiner Dozenten zur Thora erkoren hat.

Nicht, dass ich meine Studiums-Situation mit der in einem Drill-Camp vergleichen will – aber allzu weit davon entfernt kann der perfide, über jede Kritik erhabene, Gleichschaltungs-Zwang insbesondere in betriebswirtschaftlichen und medien-politischen Vorlesungen, mittlerweile nicht mehr angesiedelt werden. (siehe „Full-Metal-Jacket“) Ein Drill-Camp ist so ziemlich das genaue Gegenteil von dem, was eine Hochschul-Administration in ihren Lehr-Angeboten bieten und fördern sollte. Setzen Sie mir also keine Pistole auf die Brust und drohen Sie nicht damit, abzudrücken. Denn ich lasse mich nicht erpressen und Sie würden sich dadurch strafbar machen!

Hintergrund für den Artikel ist folgender:

Beim Kapitalmarktgleichgewichtsmodell Capital-Asset-Pricing-Model(CAPM) sollte unser Semester die Investitionsentscheidung eines risikoaversen Anlegers bei Auswahl aus risikobehafteten und risikolosen Wertpapieren – in meiner Gruppe am Beispiel der XING AG – manipulativ beeinflussen, da das durchaus passable und wohl recht authentische Unternehmens-Beta von 0,38 der XING AG offensichtlich in den Augen des Dozenten Herrn Eichh*** nicht attraktiv genug war, um sich von dem (meiner Meinung nach recht hohen) risikofreien Zinssatz des Marktes (etwa deutsche Bundesanleihen bei ca. 4%) – entscheidend abzuheben. In Folge dessen wurde das Ergebnis beschönigt, indem eine andere Bezugsgröße – der DAX statt der SDAX zu Grunde gelegt wurde. Hierdurch erhöhte sich das Unternehmens-Beta signifikant auf 0,43. Der erwartete Unternehmens-Rendite erhöhte sich damit auf etwa 8,5% – wobei es zu berücksichtigen gilt, dass die Xing AG innerhalb der letzten vier Jahre seit Börsen-Notation, sogar leicht gefallen ist!

Ist in diesem Fall nicht sogar ein niedrigeres Unternehmens-Beta vorteilhafter als ein höheres? Ein höheres Unternehmens-Beta heißt ja anversicht nur, dass aufgrund der stärker schwankenden Aktien-Werte ein höheres „Risiko“ besteht. – Wobei ich denke, die Risiko-Vermeidung trifft das Anliegen der Investoren nur bedingt.

Risiko sollte ja eigentlich vermieden werden, doch ein über-durchschnittliches Risiko beinhaltet natürlich ebenso auch die Chance auf hohe Gewinn-Margen durch Wert-Schwankungen..! Und hierin ist wohl auch des Pudels Kern zu sehen – das eigentliche Interesse. Egal, ob die Aktie fällt oder steigt – versierte Spekulanten können immer daran verdienen!

„Das Ziel muss es sein, aufgrund der historischen Zeitreihen möglichst gute Werte für die entsprechend erwarteten Werte (Aktienrendite, Marktportfolio und risikolose Anlage) zu schätzen.“

 

Kommentare
  1. Wasi sagt:

    Ein sehr wichtiger Schritt bei einem M&A-Deal ist es das Unternehmen zu bewerten. dies erkennen jetzt auch immer mehr Unternehmen. Im dritten Quartal dieses Jahres steigerten sich die Bewertungen bei Firmenübernahmen. Das zeigen die aktuellen Bewertungsmultiplikatoren, die FINANCE regelmäßig für insgesamt 16 Branchen veröffentlicht. Unter dem Strich legten die Ebit- und Umsatzmultiplikatoren gegenüber dem Vorquartal sowohl bei Small-Caps- als auch bei Mid-Caps und Large-Caps leicht zu. [Quelle: http://www.finance-magazin.de/strategie-effizienz/ma/ma-bewertungen-ziehen-weiter-an/ ]
    In den Sektoren Nahrungs- und Genussmittel sowie beratende Dienstleister sind die Bewertungen jedoch überwiegend auf dem Rückzug.

    Gruß,
    W.

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