Zur Effizienz- & Wachstums-Prämisse des amerikanischen Kapitalismus

Veröffentlicht: Oktober 26, 2010 in globale Ausbeutung / Raubbau, Monetarismus

Für Effizienz-Steigerungen sorgt der amerikanische Kapitalismus aufgrund des extremen Wettkampf-Prinzips (Sozial-Darwinismus) von selbst. Denn würde er das nicht, wäre er damals vom Kommunismus überrollt worden bzw. hätten wir weltweite Finanz-Crashs und Repressionen schon vor 20 Jahren erleben dürfen / müssen. Kapitalismus ist nicht das bessere Polit!-System, aber das Effizientere. Denn in keinem anderem Regierungs- /Verwaltungs-System werden die Beteiligten (bzw. ihre Real-Arbeitskraft) so Gegeneinander ausgespielt – ohne , wie in dieser Form des amerikanischen Kapitalismus. Nur, wer sich der Ausnutzung (Ausbeutung) seiner Arbeitskraft erfolgreich erwehren kann und gleichzeitig andere Einkommens-Möglichkeiten – wie etwa der Ausbeutung der Allgemeinheit / öffentlichen Hand oder spekulatives Investment für sich zu nutzen versteht, der kann sich langfristig in diesem System bewehren bzw. steht über & kontrolliert das System zu einem gewissen Maße mit.Denn selbst (gerade) relativ gut bezahlte Handwerker, die historisch gesehen immer gut von ihrem handwerklichen Können haben leben können, werden sukzessive ausgebeutet. Die Herren über unser Umverteilungs-System und Beeinflusser der Spielregeln verstehen es meisterhaft, den Profit anderer, gesellschaftlich machtarmer / ‚lobbyloser‘ und daher schwacher Akteure für sich zu nutzen / abzugraben.  Daher sind Handwerker insb. im Westen immensem Leistungs-Druck ausgesetzt und müssen einen immer größeren Anteil ihres schöpferischen wie materiellen Mehrwerts mittels verschiedener Instrumentarien an den Staat, ans produzierende Gewerbe – zur Übernahme der Teuerungsrate für Konsumgüter – oder bei Vorfinanzierungen an die Banken abgeben.

Einzig der Entpopularisierung ihrer eigenen Zunft, einhergehend mit der relativen Verknappung kompetenter Handwerker, hat diese pragmatische Klasse zu verdanken, dass ihr Arbeits-Angebot zu den geforderten Konditionen noch einen Markt findet. Auf Anklang treffen diese Angebote meist durch die Bourgeousie, also jener gutbürgerlichen Schicht, die noch über das nötige ‚Kleingeld‘ verfügt, diesen Service wahrzunehmen – ihn sich leisten zu können. Oder aber die Dienstleistungen werden von Schwarzarbeit-‚Sympathiesanten‘ wahrgenommen.

Natürlich kommt dem Handwerker genau wie vielen anderen Proletariern sein oft enormes Arbeits-Pensum, das immer weniger Zeit für gelassene Brotzeit-Pausen aufweist, im Alter teuer zu stehen. Denn die körperliche Abnutzung ist der Preis, den zu zahlen ein junger, motivierter Handwerks-Geselle häufig nicht vorab bedenkt. Der aber bei geforderten Wochen-Arbeitszeiten von 45 Stunden und einem Renteneintritts-Alter von 67+ in Deutschland immer fataler ins Gewicht fällt.

Genau dies passiert nämlich, wenn die Effizienz-Steigerungen nicht auslangen bzw. nicht im geforderten Maße durchgesetzt werden können. Höhere Renten-Eintritts-Schranken werden in Folge flauer Renten-Kassen gefordert (ein globales Phänomen), genau wie die 45h Woche etc. etc. Doch auf die einsetzende Flut – nach Jahren der Ebbe – werden wohl viele vergebens warten.

–>Daher ist es Zeit aufzuwachen. Es ist nicht die Aufgabe einer solidarischen Ökonomie, die Arbeit effizienter zu machen – sondern den qualitativen Output zu steigern. Dieser kann – losgelöst von der Prämisse des Wachstums – langfristig für das gesamte Volk (oder etwa in Form von solidarischen Regio-/Freigeld-Initiativen für die Bewohner vereinzelter Regionen) nur durch gezielte  Ansatzpunkte in unterschiedlichen, symbiotische Effekte nutzenden, ‚Zuständigkeits-Bereichen‘ / operativen Sektoren gesichert respektive erhöht werden:

  1. national / global durch
  • Politik(er)-Wechsel (Missions-/ Leitlinien-Wandel)
  • Ende des Lohn-Dumpings / Stärkung des Binnenmarktes
  • direktes Demokratie-Verständnis (Recht auf Bürgerentscheide, Volksbegehren, Generalstreik)
  • Partizipation an Regierungs-Agenda durch unmittelbare Repräsentativität als Maxime
  • Ökonomie: Forcierung einer Umstellung auf Bedarfs-Wirtschaft  durch gezielte Belohnungen / Anreize für Industrie /-/ Abwendung von der Angebots-Wirtschaft – siehe Latain-Amerika
    • Limitierung der westlichen Verschwendungs-Kultur insb. bei Energie, Wasser & Nahrungsmitteln
    • Abschaffung der Überfluss-Produktion –  Besinnung auf das Wesentliche
    • Bewusstsein für qualitative Güter bzg. des Kauf-Verhaltens wieder stärken – statt quantitativ jeden Misst zu konsumieren,  genügsamer agieren
  • Preis-Diktat der Industrie-Monopole & -Kartelle aushebeln
  • eine Änderung der Auffassung vom konservativen Wachstums- & Effizienz-Verständnis

>>vom Kapitalismus bisher ausschließlich wahrgenommen: Wachstum & Arbeits-Effizienz
benötigt werden jedoch:

  • grünes Wachstum
  • Nachhaltigkeit
  • langfristige Konzept-Effizienz
  • solidarisierte Kosten-Beteiligungen und entsprechende Teilhabe an Effizienz- & Nutzungs-Steigerungen bei Allokation & Abbau natürlicher Ressourcen sowie fossiler Energieträger – kein Kampf um diese2.

2. regional / kommunal durch

  • Komplementär-Währungen -> Freigeld, Schwundgeld
  • alternative Wirtschaftskreisläufe
  • Verhinderung der Abwanderung von Bevölkerung und Industrie / Umkehr der Urbanisierung
  • Forcierung kommunaler Gesellschaftsformen – e.G…
  • kommunale Medien und eine Rückkehr zur ‚heimeligen Unterhaltungs Hegemonie‘ und zum lokalen Kultur-Verständnis
  • Ausbau der individuellen Bildungs- und ‚Freidenker‘-Treffen bzw. Stammtische unter Einbezug von Kommunalpolitikern und -Industrie
  • Verrechnung von direkten Aufwands-Kosten für diese Art von Bürger-Treffen mittels ‚alternativer Leistungen‘ bzw. eines alternativen Geld-Topfes – Stichwort: ‚Kultur-Flat‘ als Fördermaßnahme
Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s