utopisches Theorie-Konstrukt?

Veröffentlicht: Juli 27, 2010 in Initiative

So, die Klausuren sind erstmal überstanden.

Der Kapitalismus hat versagt, der Kommunismus hat versagt und das 30-jährige Neo-Liberalismus Experiment der angebots-orientierten Marktwirtschaft hat ebenfalls versagt!

In meiner (momentan) utopischen Vorstellung wird es nicht nötig sein, für seinen Lebensunterhalt eine hierarchische Struktur – egal ob einer NGO, einer Partei oder dem Staat – zu dienen.

Idealerweise konstituiert sich der Souverän (das Volk) selbst zu einer „bioproduktiven Polit-Macht“, welche die themen-bezogene Anerkennung und weitgehende Berücksichtigung der Subjektivität jedes Einzelnen gewährleistet – in dieser Art wollen auch Hardt & Negri in ihrem gleichnamigen Werk die „Multitude“ verstanden wissen. Bioproduktiv beinhaltet in diesem Zusammenhang – neben der materiellen und inmateriellen Arbeit, die Produktion und Anerkennung „affektiver“ Arbeit – also die Form der Arbeit, „die Affekte wie Behagen, Befriedigung, Erregung oder Leidenschaft hervorbringt oder manipuliert.“

Dem mündigen Staats-Bürger, der auf diese Weise seinen Beitrag zum sozio-kulturellen Miteinander leistet, sollte aufgrund seiner Anteilnahme an der Gesellschaft und der politischen Willensbildung eine gewisse Grund-Sicherung zugestanden werden. Etwa in Form eines bedingungslosen Grund-Einkommens (bGE), welches für Nahrung, Wohnung, Bildung und Gesundheitsversorgung ausreichend sein sollte. Oder auch ’nur‘ flächendeckende Mindeßt-Löhne, insofern diese noch notwendig wären. Dies würde eine Revolution der Industrie- & LohnArbeit begründen, die der souveränen Masse eine ganz neue Lebens- und Perspektive eröffnet.

Jedem, der sich für die Gesellschaft als Ganzes nützlich macht, würde nicht nur eine Gratifikation seiner Dienste zu Gute kommen und seine (Wert-)Arbeit somit sichern und fördern und dadurch Unmengen an bioproduktiven Arbeitsplätzen schaffen, sondern zudem auch durch tendenziell mehr selbstbestimmte Arbeit zu einer befriedigenderen Arbeits-Aufgabe und -Qualität und unbeschwerterer (sorgenfreierer) Freizeit aufgrund reduzierter Zukunfts-Angst führen. Hieraus kann ein neuer Maßstab gesteigerter, demokratischer Partizipation an der legislativen Gesetzgebung sowie an Bürger-Initiativen u.Ä. abgeleitet werden, die das Potential zu einer besseren, unbeschwerten Zukunft für Alle (vor allem auch nachfolgender Generationen!) beinhaltet und ein harmonischeres Zusammenleben durch kommunale Synergie-Effekte (des Zusammenspiels von kommerziell verwertbarer Arbeit und sozio-kulturellem Engagement – was sich bisher oft behindert / entgegensteht) ermöglicht.

Die Anerkennung von geleisteter, sozialer Arbeit abseits rein monetär begründeter, kommerziell-verwertbarer Mehr(wert)-Arbeit – also die Armen, die Erwerbslosen und alle, die nicht entlohnt werden – etwa die Arbeit von Hausfrauen innerhalb der Familie…, könnte auch zur Lockerung der – meiner Meinung nach perfiden – EigentumsRechts-Problematik beitragen und sollte aus den vorher angeführten Gründen oberste Priorität haben.

Ich zähle mich zu der Avantgarde, die über das nötige theoretische Basis-Wissen für ein derartiges Projekt verfügt (ein Anflug von Größenwahn?) und in dessen Verwirklichung die größte zu bewältigende Aufgabe der derzeitigen Generation sieht. Bis jedoch eine solch gesellschafts-(r)evolutionäre Gesamt-Konvention (so Gott will) in Deutschland durchgesetzt werden kann, werde ich mich wohl (bilateral zu meinem „Selbst“-Studium) mit meinem Studium arrangieren – da der Medien-Manager (trotz dem minderwertigen Bachelor Abschluss) denke ich auch in Krisen-Zeiten immer noch um längen bessere Chancen am Arbeits-Markt inne hat als beispielsweise der den Markt überschwemmende Abschluss des „BWL-Gelehrten“ zu bieten im Stande ist.

Addendum: Das Volk muss sich zu einer souveränen Macht konstituieren. Keine Macht ohne Repräsentation, Gewaltenteilung und das Recht auf freie Meinungsäußerung.

James Madisons (der vierte Präsident der Vereinigten Staaten) Argumente, der die Repräsentation für den Schlüssel hielt, um jegliche Machtmonarchie auszuschalten, erscheinen heute lediglich noch wie Mystifikationen; Montesquieu (französischer Schriftsteller und Staatstheoretiker), der die radikale  Teilung der konstitutionellen Gewalten foderte, ist durch die Einheitlichkeit des Systems zum Schweigen gebracht worden; und die freie Meinungsäußerung, für die sich Thomas Jefferson (3. Präsident der USA) so stark machte, ist heute von den großen Medienkonzernen monopolisiert worden.

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