Diese ökonomischen US-Interessen werden die deutsch-europäische Wirtschafts-Politik in Zukunft lenken!

Veröffentlicht: Juni 22, 2010 in Monetarismus

Aus dem Paul Krugman (international angesehener US-Ökonom) – Interview im Handelsblatt:

HB: „In den USA gibt es Stimmen, die deshalb (aufgrund der stark exportorientierten Wirtschafts-Politik) sogar Sanktionen gegen Deutschland fordern.“

PK: „Zunächst sollten wir uns gegen die unfaire Abwertung der Chinesen wehren. Aber wenn der Euro auf eine Parität zum Dollar fällt, werden sich die Europäer noch wundern, welche Forderungen aus dem US-Kongress kommen. Und ich würde das unterstützen. “

HB: „Warum würden Sie dann Sanktionen befürworten? “

PK: „Weil die europäische Sparpolitik die US-Wirtschaft beeinträchtigt. Wir brauchen im Moment nicht weniger, sondern mehr schuldenfinanzierte Konjunkturprogramme. Aber wenn nur ein Land wie die USA die Konjunktur ankurbelt, profitieren zwar alle davon, aber nur wir tragen die Schulden. Wenn also Länder anfangen, ihre Sparpolitik zu exportieren und damit bei uns die Arbeitslosigkeit erhöhen, muss man etwas dagegen tun.“

Was genau sagt uns Paul Krugman damit?

Aus Krugman’s Aussage schließe ich beim „zwischen den Zeilen“-Lesen, dass er uns indirekt zu verstehen gibt, die  US-Administration werde sich nicht mit dem aktuell-angekündigten, harten Sparkurs der EU-Staaten ihre eigene Export-Wirtschaft kaputtmachen lassen. Denn bei einem dauerhaften Mehrwert des USD zu dem Euro würde dies der ohnehin schon aus dem letzten Loch pfeifenden US-Wirtschaft wohl endgültig den Garaus machen..

Daher sei die USA bzw. der US-Kongress laut Krugman bereit,  tiefgehende Forderungen gegen die Europäische Kommission auszusprechen, die wohl nötigenfalls mit (harten) Sanktionen durchgesetzt werden sollen.

„Wir brauchen im Moment nicht weniger, sondern mehr schuldenfinanzierte Konjunkturprogramme.“

Dieser Satz beweist eindrucksvoll, die ökonomische Ausrichtung der US-Politik – die Welt verschulden, koste es – was es wolle! Denn besser die (Zins-)Last der aus dem Nichts erschaffenen, digitalen Finanz-Vermögen in Form von Fremd-Anleihen oder hier konkret schuldenfinanzierte „Konjunktur-Programme“, auf alle „amerikanisierten“ Staaten verteilen, als alleine von ihr erdrückt zu werden. Denn das wäre innerhalb der nächsten paar Jahre zweifellos der Fall: die US-Wirtschaft / die Arbeitslosigkeit des amerikanischen Volkes wird – gerade auch durch die immer aggressiver werdende Intervention China’s & Russlands, ohne eine weitere finanzielle Entlastung auf dem weltwirtschaftlichen Spielfeld – implodieren / explodieren.

Doch böte diese Entwicklung vielleicht eine einmalige Chance für das amerikanische Volk und auch den Rest der westlichen Zivilisation, sich endlich gegen den eigentlichen Motor der globalen Schulden-Falle aufzulehnen und diesen zu entmachten: das Federal Reserve System (FED) und dessen institutionelle Ableger wie die Weltbank und der IMF.

Es hat aber nun den plausiblen Anschein, als wolle der unterwanderte und korrumpierte US-Kongress dies mit aller Gewalt vermeiden und die EU mit im sinkenden Boot – unter dem Diktat der FED  – behalten.

HB: Aber wirkt die deutsche Wirtschaftspolitik wirklich restriktiv? Die Importe sind zuletzt kräftig gestiegen.
PK: Das ist irreführend, da man nach dem Einbruch des Welthandels mit einer kräftigen Erholung rechnen musste. Jetzt bewegt man sich jedoch zurück zu den alten Ungleichgewichten. Der deutsche Sparkurs ist wirklich eine schlechte Idee.

Es scheinen also tatsächlich immer mehr „fette Ratten“ das sinkende Schiff zu verlassen – ihr Finanzkapital aus den Märkten zu ziehen und eher in ‚protektionistische Anlagen‘ bzw. Sachwerte zu stecken! Erstaunlich, wie da aktuell insbesondere der DAX immer noch weiter wachsen kann. Wohl wieder mal nur eine temporäre Blasen-Bildung, deren Platzen wohl umso zeitnäher und realer wird – sich nicht mehr durch zusätzliches Investiv-Kapital weiter hinauszögern lässt, je weniger sich sich die europäischen Staaten zu Neu-Verschuldungen durch Konjunktur-Programme umstimmen / überreden lassen.

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