Ölpest: Operation „Top Kill“ gescheitert

Veröffentlicht: Mai 30, 2010 in dRFFgKatastrophen

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Herber Rückschlag im Kampf gegen die Ölpest im Golf von Mexiko: Die so genannte „Top-Kill“-Methode, mit der der BP-Konzern das Leck an der Ölleitung verschließen wollte, ist gescheitert. Das teilte BP in der Nacht mit. Der Konzern will es nun mit einer anderen Technik versuchen – ohne Garantie auf Erfolg. Nachdem eine Bohrinsel am 22. April explodiert und gesunken war, sind jeden Tag hunderttausende Liter Erdöl ins Meer geströmt. Mittlerweile hat sich ein gewaltiger Ölteppich vor den Küsten der US-Bundesstaaten Louisiana, Mississippi, Alabama und Florida gebildet.

  • Es sind keine hunderttausende – sondern mind. 5 Millionen Liter Erdöl jeden Tag ins Meer geströmt.
  • Bei mittlerweile 40 Tagen seit Sinken der Bohrinsel macht das ganze 200 Millionen Liter Erdöl – fünf Exxon Valdez!
  • Nun wird weiter Öl fließen und die Weltgemeinschaft scheint es einfach zu akzeptieren.
  • Der Verursacher British Petroleum behinderte den Einsatz einer weniger giftigen Chemikalie als das firmeneigene Corexit 9500A & 9527A!
  • Außerdem betreibt BP eine lediglich eine Politik der permanenten Verschleierung der wahren Katastrophen-Ausmaße. Stattdessen werden die optisch-sichtbaren Konsequenzen von „Deepwater Horizon“ kosmetisch durch die eingesetzten Chemikalien klein- und unter Wasser gehalten, was die Öffentlichkeit über die wahren Ausmaße und die eigentlich ökologisch sinnvolleren und nachhaltigeren, alternativen Bekämpfungs-Strategien hinweg täuscht.
  • Zudem – so munkeln die zuständigen US-Behörden und involvierte Körperschaften – verfüge BP als einziges in Frage kommendes Unternehmen über die notwendige Expertise und seien somit alleine dazu berechtigt, nach ihrem Gutdünken! die verursachte Ölpest einzudämmen und das Bohrloch irgendwann noch dauerhaft dicht zu stopfen, was so sicher nicht der Fall sein kann.

Die US-Regierung schätzt, nach Angaben der ARD Tagesthemen, Erdöl Austritte von 70 – 150 Tausend Tonnen Öl.

Wenn die unabhängigen Experten-Teams vor zwei Wochen Recht hatten, mit ihrer Aussage zu der sie durch ihre Video-Analysen gelangt waren, es träten zwischen 4-10 Millionen Liter Öl am Tag aus, so dürfte sich das ausgetretene Öl mittlerweile auf 160-400 Tausend Tonnen Öl akkumuliert haben.

Ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, dass hier der UN-Sicherheitsrat, die US-Regierung, die US-Army oder allgemein andere, global operierende Katastrophen-Schutzbehörden nicht etwas Vernünftigeres auf die Beine stellen könnten – als das klägliche Vorgehen, dass BP die letzten fünf Wochen an den Tag legte!

Wie schon vor zehn Tagen angedeutet, wenn wer auf mich hören würde – würde ich zu allererst gleich dafür sorgen, dass die gesamten Finanz-Bestände von  Britisch Petroleum auf Eis gelegt werden und so lange eingefroren bleiben, bis alle Ansprüche abgegolten sind – auch die zukünftigen „Wieder-Intaktsetzungs- bzw. Aufpeppelungs-Maßnahmen“ innerhalb der betroffenen Region des Golfs von Mexiko und vor allem auch über die betroffenen US-Bundesstaaten hinaus! Derartige Bemühungen zur Wiederbelebung der natürlichen Flora und Fauna sind essentiell – für die Sicherung des wirtschaftlichen Auskommens lokaler Anwohner – etwa durch Tourismus und Fischerei..

Erst nachdem die Gelder für alle Geschädigten geflossen sind, würde ich mögliche monetäre Restbestände wieder auftauen lassen. BP darf nicht ungeschoren – und damit meine ich wirklich radikal geschoren – aus dieser Krise heraus kommen. Die „Big Oil – Economy“ muss daraus Konsequenzen ziehen und darf nicht so weitermachen wie bisher. Sonst werden die anderen Big Player Shell, Chevron, Exxon, Gazprom, LUKoil, Agip, ENI, RWE, PetroChina.. nichts daraus lernen, sich im Gegenteil eher an BP ein Beispiel nehmen und in Zukunft genauso rüpelhaft wie die Banken-Kartelle mit Mensch und Natur verfahren.

‚Harmlos wie Spülmittel‘ sei das massenhaft gegen die Ölpest eingesetzte Corexit, so BP. Der US-Senat sieht das anders: Die Chemikalie darf nicht mehr verwendet werden. Es existieren weniger giftige und zugleich wirksamere Mittel. Also warum hatte sich BP überhaupt für Corexit entschieden? …Durch die ‚Deepwater Horizon‘-Katastrophe hat Nalco (BP-„Strohfirma“) bereits 40 Millionen Dollar Umsatz gemacht – dank der über zwei Millionen Liter Corexit, die mittlerweile im Golf von Mexiko schwimmen.

edit:

„In Nigeria kann man besichtigen, welche Folgen die langfristige Verschmutzung durch Rohöl für die Umwelt hat. Bericht aus dem verseuchten Nigerdelta.“ (Artikel beim „Freitag“ erschienen)

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